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Ein Bericht von Jörg Dingeldein:

Die Wetzlarer Woche ist für mich immer eine wunderbare Möglichkeit mich im Frühjahr mental und handwerklich „warm zu fliegen“.
Aus Reinheim waren Lars K. und ich dabei und Niki die jetzt auf dem Dingel in Nordhessen fliegt.
Offiziell ist es ein Segelflugwettbewerb im Grand-Prix-Format, das Fliegen um die Wette mit gemeinsamem Überflug der Startlinie.
Geflogen wurde dieses Jahr in 3 Klassen: Der Doppelsitzerklasse mit Duos, Arcen und ähnlichen Gerät, der 18m-Klasse in der auch Lars mit seinem 15m-Vetus wacker mithielt und der Clubklasse, die in 2 Gruppen geteilt wurde.
Das Schöne: Es geht um nichts, keine Quali, keine Meisterschaft, nur der Spaß sich mit anderen zu messen.
Das Teilnehmerfeld setzt sich aus erfahrenen Wettbewerbspiloten und Anfänger im Streckenflug zusammen und lebt vom Austausch der Erlebnisse. Insgesamt waren dieses Jahr 38 Flugzeuge dabei, ein kleiner Teil Eigenstarter, der Rest des Feldes wurde mit knapp 1300m Windenschleppstrecke, innerhalb 2 Stunden, in den „Garbenheimer Wiesen“ in die Luft gezogen.
20 Minuten nachdem der letzte der Gruppe in der Luft war, ging das jeweiligen Rennen los. Der Tagesablauf erinnert stark an ein sehr gut organisiertes Fliegerlager. Die meisten campen am Platz. Um 8 Uhr ist gemeinsames Frühstück, das um 9:00 in ein ausführliches Briefing mündet. Zunächst ist Rückschau mit dem WeGlide-Film der Flugspuren. Der jeweilige Gruppen-Tagessieger erzählt über seine Entscheidungen und Erlebnisse mit Rückblick auf die angetroffenen thermischen Bedingungen. Danach analysiert Jörg Mathes (Vorstand des VfL Wetzlar) sehr ausführlich und exakt die tägliche Wetterlage anhand der dwd-, sky-sight und pc-met – Modelle. Die daraus abgeleitete Aufgabenstellung passt in den allermeisten Fällen sehr gut.
Nach dem Briefing ist die Startbereitschaft herzustellen und dann geht es los.
Unsere Woche zwischen Taunus und Sauerland, Dilltal und Vogelsberg, war geprägt von Blauthermik und Wind. Das waren keine einfachen Bedingungen. Man musste sich genau überlegen, wie die Luftströmungen am Boden zu erwarten sind, wo warme Luft sich bilden kann, die dann vom Wind an Ablösekanten aufsteigt und zur nutzbaren Thermik wird. Manchmal war das eigene Modell dazu falsch. Manchmal gab es überraschende Aufwinde an unerwarteten Stellen.
Hilfreich waren die gemeinsame Thermiksuche und hin und wieder ein Raubvogel, dem die Fliegerei in der Thermik auch Spaß macht.
Wieder zurück, das Übliche: Flieger versorgen, Flug hochladen, mit den andern bei Bier oder Eis über den Tag reden, seine eigenen Dinge in Ordnung bringen, gemeinsam Abend essen, am Lagerfeuer noch ein Bier trinken, zeitig ins Bett fallen und am nächsten Tag wiederholt sich das.

Ganz herzlichen Dank an den kleinen Wetzlarer Verein.
Ich habe immer den Eindruck, dass eigentlich alle Mitglieder sich für das gute Gelingen einbringen:

Den Flugplatz vorbereiten, die Technik in Ordnung bringen, Windenfahrer, Lepofahrer, Betriebsleiter, Starthelfer, Sicherungsposten an der die Schleppstrecke kreuzende Straße, Toiletten reinigen, Getränke besorgen und insbesondere das Gastro-Team für das umfangreiche Frühstück und leckere Abendessen.

Wegen all dieser Dinge gehe ich jedes Jahr gerne dort hin. 😊

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